Nebel

Mit fast schon eisiger Kälte umspült das Wasser meine Füße, meine Knöchel, doch zumindest spüre ich noch etwas wie festen Boden unter mir. Wie Vorhänge ziehen die Nebelschwaden, blendend weiß und schier undurchdringlich. Das Brechen der Wellen und der Klang meiner Stimme ist alles, was ich höre.

Du bist dort draußen. Das weiß ich. Das spüre ich. Manchmal ist mir, als würde ich Dich erahnen können, trotz allem, was zwischen Dir und mir ist. Im nächsten Moment – nichts. Eine Täuschung? Ist da noch jemand? Blendend weißes Nichts über alles verschlingender, nasser Ewigkeit.

Noch ist da etwas, das mir Halt gibt, auch wenn ein eisig-nasser Griff nun schon an meinen Knien zerrt. Natürlich könnte ich umdrehen, noch wäre es ein Leichtes, doch wohin würde ich zurückkehren? Was würde ich finden, könnte ich damit leben? Ein Neuanfang hinter mir, ein Neuanfang vor mir.

Ich bin kein Fels, bin keine Insel, doch ich bin da, für Dich da. Und Du bist irgendwo dort draußen, gehalten von Kräften aus Welten, die mir noch unbekannt sind. Es geht nicht um Versprechen, es geht nicht um Worte. Es geht um Menschlichkeit, um Ehrlichkeit – und ein Meer aus Gefühlen und Gedanken.

Es geht um Dich.

Als das Element bis über die Hüften reicht, zieht es mich fort, zieht es mich hinaus. Ich lasse mich treiben, die suchenden Blicke in die vorbeiziehenden Nebelschwaden gerichtet. Alles ist neu, alles ist unbekannt, und doch fürchte ich mich nicht. Meine Sorge gilt nicht mir, schon lange nicht mehr, sondern Dir.

Ein Blick zurück macht klar, daß eine Umkehr sinnlos ist; nicht, weil es nicht mehr möglich wäre, sondern vielmehr, weil es nichts mehr gibt, zu dem zurückzukehren es sich lohnen würde. Und so halte ich weiter Ausschau nach Dir, lasse mich treiben. Wer einmal wem eine Hilfe sein kann, das wird sich zeigen.

Wenn sich die Nebel lichten.

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